Post Covid – Gesund ohne Chemie

 

Herr Franz M. war immer ein sehr aktiver Mann. Ob politisches Engagement in seinem Heimatlandkreis oder im Privatleben. Trotz seines fortgeschrittenen Alters ist der rüstige Senior geistig hellwach und immer noch sehr interessiert an seinen Mitmenschen. Heute will er uns von seiner Erkrankung an COVID-19 und der darauffolgenden Zeit erzählen.

Im September 2020 erkrankte Herr M. so schwer, dass er ins Krankenhaus musste. Zuerst war Herr M. zuversichtlich und sicher, bald wieder zu gesund zu sein. Doch dann verschlimmerte sich sein Zustand so sehr, dass er zehn Tage auf der Intensivstation beatmet werden musste. In dieser Zeit hatte er Todesangst, er träumte so realistisch von seiner Beerdigung, als wäre es eine konkrete Begebenheit.

Nach einem fünfwöchigen Aufenthalt ging es ihm endlich besser und er wurde kurz vor Weihnachten 2020 entlassen. Dankbar merkt er an, dass die Versorgung im Krankenhaus wirklich hervorragend war und er sich immer in aufmerksamen, pflegenden Händen wusste.
Allerdings hatten ihm die maskierten Gesichter im Krankenhaus sehr zugesetzt – nur um keine Masken mehr sehen zu müssen, verzichtete er auf eine Rehabilitationskur.

Die Krankheit hatte Herrn M. sehr geschwächt. Er konnte sich nicht mehr selbst aufrichten, das Atmen fiel ihm schwer. Vorhandene Venenprobleme hatten sich massiv verschlechtert, Gehen war nur mit Hilfe von Stöcken möglich. Zudem hatte der Geruchssinn stark gelitten. Speisen, die er zuvor mit Freude gegessen hatte, schmeckten nun nach nichts. Herr M. hatte 15 Kilo abgenommen.

Für die häusliche Rehabilitation waren ihm von den Behandelnden im Krankenhaus Empfehlungen mitgegeben worden: leichte, gesunde Ernährung, viel Bewegung an frischer Luft. Allmählich begann Herr M. wieder Gerüche wahrzunehmen, das Atmen fiel weiterhin schwer, wurde aber ein wenig leichter. Er besorgte sich Spazierstöcke und steigerte seine tägliche Runde von anfänglich zehn auf 90 Minuten in langsamem Tempo.

Doch die Beine blieben geschwollen und schwer, die Atmung stark eingeschränkt. Sein Hausarzt, ein überzeugter Kneippanhänger, riet Herrn M. zu einem Kuraufenthalt. Von einem früheren Besuch kannte Herr M. Bad Wörishofen, die Entscheidung für den bekannten Kneippkurort war schnell gefasst und ein Zimmer im Kurhotel Förch gebucht. Herr M. war überzeugt: eine zweiwöchige Behandlung nach dem kneippschen Heilverfahren würde Linderung seiner Beschwerden bringen.

Zu Beginn seines Aufenthaltes führte die Badeärztin ein ausführliches Aufnahmegespräch mit Herrn M.. „Die Ärztin nahm sich viel Zeit um meinen Kurplan zu erstellen.“ berichtet Herr M. über den Gesprächsablauf. Der Plan enthielt kneippsche Lehmwickel und Güsse für die Beine und wechselnde Kneippanwendungen für die Atemwege und zur Stärkung des Allgemeinzustandes.
Zudem empfahl die Ärztin reichlich zu trinken – mindestens zwei Liter pro Tag – und verordnete entstauende Behandlungen wie Lymphdrainagen und Massagen. Ein von Ärzten zu verschreibender Bakterienextrakt zum Aufbau der Lunge kam unterstützend dazu.

Das Ergebnis zeigte sich bald. Zunehmend besserte sich Herr Ms. Wohlbefinden, seine Beine schwollen ab, er konnte freier atmen und schwindelfrei gehen. Nach zwei Wochen reiste Herr M. mit dem festen Vorsatz ab, seine neu gewonnene körperliche Stabilität durch Weiterführen der kneippschen Anwendungen zuhause zu erhalten.

Inzwischen gibt es schon einige Patienten, die von ihren Erfahrungen nach einer Kneipptherapie gegen Post Covid berichten können. Die Patienten leiden in der Regel zuvor unter Erschöpfungszuständen, erkälten sich viel leichter als vor der COVID-19-Erkrankung, schwitzen sehr schnell stark und klagen zudem unter Geruchs- und Gedächtnisverlust.

Deshalb geben Kneippärzte als Behandlungsziele das Entschleimen, den Wiederaufbau und die Kräftigung der Lunge an, zudem tägliches Training des Gedächtnisses. Beim Abschlußgespräch mit dem Badearzt wird für jeden Patienten ein individueller Plan für die eigenständig durchgeführte Anschlußbehandlung zuhause festgelegt.

In der Zeit nach seiner Erkrankung hatte Herr M. sich der Selbsthilfegruppe Post Covid-Erkrankter leben-mit-covid.de angeschlossen. Die Tipps, die er dort erhielt und der Austausch mit anderen Betroffenen empfand er als große Bereicherung.

Zuhause setzt Herr M. seinen Vorsatz, die Behandlungen nach dem kneippschen Kurplan weiterzuführen, konsequent um. Bei einem Nachgespräch gibt er an, regelmäßig Güsse und tägliche Spaziergänge zu machen. Und er geht vor 22 Uhr ins Bett, um ausreichend guten Schlaf zu bekommen.

Dem Leser will er einen Tipp mitgeben: „Kneippkur machen lohnt sich, das tut dem Körper und der Seele gut. Und alles ohne Chemie!“

 

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen und personenbezogenen Hauptwörtern in diesem Text in der Regel die männliche Form verwendet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform hat ausschließlich redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung.

 

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