Lipödem & Kneipp

Lipödem. Schon mal etwas von dieser Krankheit gehört?


Obwohl schätzungsweise mehr als drei Millionen Frauen in Deutschland an einem Lipödem leiden, ist nur wenig über die Krankheit bekannt. Einige der Betroffenen wissen noch nicht einmal, dass sie daran leiden.

Bei Lipödem handelt es sich um eine schmerzhafte und chronische Fettverteilungsstörung. Sie tritt durch vermehrtes Fettgewebe in Unterhaut und Bindegewebe vorwiegend an der Hüfte und den Oberschenkeln auf. Die Füße und Hände sind davon jedoch nicht betroffen. Bei Frauen macht sich Lipödem oft während der Pubertät bemerkbar, manchmal aber auch erst später. Männer hingegen leiden nur sehr selten an der Krankheit. Die Veranlagung zu Lipödem scheint bei den meisten Betroffenen bereits von Geburt an im Körper vorhanden zu sein und kann vererbt werden.

Leider ist Lipödem NICHT heilbar. Allerdings lassen sich die Symptome durch die 5 Säulen von Kneipp lindern und die Verschlechterung verzögern.

 

DIE 5 SÄULEN VON KNEIPP

Hydrotherapie:
Durch Kalt- und Wasseranwendungen werden die Gefäße trainiert und die Durchblutung angeregt.

Empfehlung des Kneipp-Arztes:

DIY-Tipp des Kneipp-Arztes:

Sie leiden an kalten Füßen? Hier helfen kneippsche Strümpfe.
Kneipp‘sche Strümpfe sind je ein Paar Woll- und Leinenstrümpfe. Die Leinenstrümpfe werden in kaltes Wasser mit Essig- oder Retterspitzzusatz getaucht, gut ausgewrungen und angezogen. Die Wollstrümpfe werden darüber gezogen. Die Anwendung wird mittags oder abends bei Bettruhe durchgeführt. Nach 20 bis 30 Minuten werden die Strümpfe abgestreift (sobald sie sich erwärmt haben). Krampfaderpatienten streifen die Strümpfe schon kurz vor Erwärmung ab. Diese Therapie hat eine entzündungshemmende, abschwellende Wirkung.

 

Bewegung:
Es ist wichtig, sich regelmäßig zu bewegen und genügend Sport zu machen. Dafür gut geeignet sind Nordic Walking oder bei Gelenkproblemen Radfahren. Barfußgehen ist sehr zu empfehlen.


Phytotherapie:

Die Kräuter Brennnessel und Kastanie sind für ihre entwässernde Wirkung bekannt. Nachweisbare Erfolge sind mit diesen Substanzen bei Lipödem jedoch noch nicht erzielt worden.


Ernährung:

Eine gesunde, ausgewogene und verdauungsfreundliche Ernährung spielt eine wesentliche Rolle. Vor allem eiweißreich darf sie sein. Denn Eiweiß entzieht dem Gewebe Wasser, transportiert es in die Gefäße und bindet es in den Zellen (diesen Vorgang nennt man Kolloidosmose). Salzhaltige Kost wiederum verlässt die Gefäße in den Zwischenzellraum und bindet dort Wasser, deshalb ist dies zu meiden.


Innere Ordnung:

Zu einer ganzheitlichen Medizin gehört auch der Einklang von Körper, Geist und Seele, der dazu führen kann, den eigenen Körper trotz einer belastenden Diagnose anzunehmen.


DIY-Tipps des Kneipp-Arztes:

Nach dem Duschen den Körper immer kalt abgießen, das trainiert das Immunsystem. Beine so oft wie möglich hochlagern.

 

Kneippsche Anwendungen werden nach ärztlicher Untersuchung individuell verordnet und begleitet. Die Therapie nach Kneipp ist ergänzend zur schulmedizinischen Behandlung zu verstehen und ersetzt diese nicht. Bitte beraten Sie sich mit ihrem Kneipparzt oder behandelnden Arzt.

Medizinische Beratung: Dr. med. Peter Schneiderbanger, Kneipp-Badearzt, Bad Wörishofen Ernährung auch: Dr. med. Michael Hailer, Chirurg MVZ Ottobeuren

Mehr Informationen unter: https://www.bad-woerishofen.de/gesund/lipoedem-kneipp-1

3 comments on “Lipödem & Kneipp

  • Ich leide seit vielen Jahren an einem Lipo-Lymphödem und befinde mich fast jährlich in medizinischer Reha in der Feldbergklinik in st. Blasien. Die dort durchgeführte Behandlung beinhaltet manuelle Lymphdrainage, konsequente Kompression (und Bewegung) nach der Reha wird das konsequente Tragen von Kompressionsbestrumpfumg sowie 2-3x wöchentliche MLD empfohlen. In Ihrem Artikel steht davon nichts. Von kalten GüsseN wurde uns in der Klinik abgeraten. Das erscheint mir etwas seltsam…. ich bin gespannt auf ihre Antwort! Mit freundlichen Grüßen, Claudia Horn

    • Sehr geehrte Frau Horn,

      vielen Dank für Ihre Nachfrage. Unsere Inhalte basieren auf dem Fachwissen von Dr. med. Peter Schneiderbanger und der Kneipp-Therapie. Wissen Sie denn noch, aus welchen Gründen Ihnen davon abgeraten wurde?
      Wir freuen uns auf Ihre Antwort.

    • Liebe Frau Horn,
      unsere Vorschläge sind als Ergänzung zur schulmedizinischen Behandlung zu verstehen und auf keinen Fall anstatt dieser. Beim Lymphödem können Kälteanwendungen bei falscher Durchführung problematisch werden. Nach einer kurzfristigen Abkühlung ziehen sich die Blutgefäße zusammen, danach weiten sie sich, der Blutfluß wird erhöht. Dies ist eine erwünschte Reaktion, die die Blutgefäße trainieren soll. Allerdings gibt es bei Lymphödempatienten den Verdacht, dass sich dadurch auch die Flüssigkeit zwischen den Zellen vermehrt, was ein unerwünschter Nebeneffekt wäre. Anders sieht es dagegen mit Kälteanwendungen aus, die ohne diese Reaktion einhergehen. Allgemein gehören dazu alle längerfristigen Kälteanwendungen. Selten werden kalte Güsse über einen Zeitraum von wenigen Minuten ausgedehnt, so wie Kneipp es eigentlich aufgezeigt hat. Daher ist bei den Anwendungen darauf zu achten.
      Wir gehen davon aus, dass deshalb in Ihrer behandelnden Klinik von Kälteanwendungen abgeraten wird. Wir wünschen Ihnen gute Gesundheit.

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