Fasten – Abstand vom Überfluss

Fasten heilt! In einer Zeit, in der in westlichen Ländern ein Nahrungsangebot zur Verfügung steht wie noch nie in der Menschheitsgeschichte, entscheiden sich viele Menschen für eine zuvor festgelegte Phase der Enthaltsamkeit beim Essen. Während der bewussten Nahrungspause soll dem Stoffwechsel Gelegenheit geboten werden herunterzufahren und sich zu regenerieren. Zudem wird deutlich auf die außerordentliche Heilkraft beim Heilfasten hingewiesen, wie z.B. entzündungshemmend oder blutdrucksenkend, um nur einige zu nennen. Unter bestimmten Umständen kann Fasten sogar die Heilung von Krebs fördern.

Fasten, als in vielen Kulturen seit Jahrtausenden freiwillig praktizierte geregelte Technik, ist in manchen medizinischen Fachkreisen nicht unumstritten. Vorträge und Literatur darüber, wie sehr das Fasten dem Organismus schadet, werden immer wieder angeboten. Wer sich allerdings eingehender mit der Kritik befasst wird schnell feststellen, dass vor allem vor einseitiger Ernährung und den schweren Fehlern, die oft aus Unkenntnis gemacht werden, gewarnt wird. Daher die wichtigste Empfehlung aller Fachleute vorweg: Fasten nur unter vorheriger Konsultation eines Arztes oder eigens geschulter Fastenexperten durchführen. Fastenfehler können schwere unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen. Ist jedoch die Fastentauglichkeit durch den Fachberater geprüft und die optimale Fastenvariante gefunden, steht dem bewussten Verzicht auf Nahrung nichts mehr im Wege.

Doch was geschieht eigentlich während des Fastens in unserem Körper? Im Jahr 2016 sorgte das Nobelkomitee für Physiologie oder Medizin des Karolinska-Instituts in Stockholm für eine große Überraschung, als es den Preisträger verkündete. Von der Fachwelt völlig unerwartet, bekam der Japaner Yoshinori Ohsumi den Nobelpreis für seine Erforschung der Autophagie. Damit beschrieb er einen Vorgang bei dem Zellen Fehlbildungen, wie z.B. fehlgefaltete Proteine oder andere ausgediente Zellorgane, zerteilen und die Bestandteile neu zusammensetzen. Dies ist ein körpereigener Reinigungsprozess, der von sämtlichen auf der Erde vorkommenden Lebewesen zur Regeneration genutzt wird. Je älter der Körper ist, desto langsamer verläuft dieser Prozess. Fasten ist eine Methode, die die Autophagie anregt und verstärkt und damit unter anderem einen verjüngenden Effekt hat.

Ist der Entschluss zur Nahrungspause erst mal gefasst, kann mit den Vorbereitungen begonnen werden. Nicht zu unterschätzen ist die Anstrengung, die Fasten für den Körper bedeutet. Daher empfiehlt es sich, einige Urlaubstage in die Auszeit vom Essen zu investieren. Falls dies nicht möglich ist, sollte zumindest der Fastenstart auf ein verlängertes Wochenende gelegt werden, um dem Körper die nötige Ruhe für die Umstellung zu ermöglichen. Die gedankliche Auseinandersetzung beim Planen und Vorbereiten des Fastenbeginns helfen beim Einstieg in den Nahrungsverzicht.

Angeboten werden viele verschiedene Konzepte. Zum Teil sind diese veraltet, viele jedoch inzwischen an die aktuellsten Erkenntnisse der Medizin angepasst und modernisiert. In aller Munde ist derzeit das sogenannte Intervallfasten, das eine tägliche Nahrungskarenz von mindestens 16 Stunden erfordert, da erst dann der Prozess der Autophagie einsetzt. Diese Methode gibt es in verschiedenen Varianten, wie z. B. 5 Tage essen, 2 Tage fasten oder jeden 2. Tag fasten. Ganz egal jedoch, für welche Variante man sich entscheidet, einige grundsätzliche Regeln sollten während einer Fastenzeit unbedingt eingehalten werden. Wer diese beachtet und seinem Körper die regelmäßige Auszeit gönnt, wird mit einem positiven Einfluss auf viele unterschiedliche Gesundheitsrisikofaktoren belohnt.

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  • Ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit, mit insgesamt ca. drei Liter täglich durch Fastentees, Wasser, Gemüsebrühen etc.
  • Tagsüber Ruhephasen einplanen
  • Während mehrtägigen Fastens auf ausreichend Proteinzufuhr achten
  • Völliger Verzicht auf Genussmittel während der Fastenzeit
  • Bewegungstraining anpassen bzw. reduzieren, auf Höchstleistungen verzichten
  • Fastendauer: der plötzliche ungewohnte Verzicht auf Nahrung kann gerade bei erstmalig Fastenden zu Beginn einer mehrtägigen Fastenzeit ein beklemmendes Gefühl von Mangel auslösen. Mit zunehmender Fastenerfahrung steigt jedoch auch die Gelassenheit beim Einstieg.
    Aus diesem Grund empfiehlt sich besonders für Unerfahrene, eine begleitete Fastenwoche in einer Gruppe in Erwägung zu ziehen. Damit ist ein sanfter Einstieg in die neue Lebenserfahrung mit einem passenden Rahmenprogramm und der Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten austauschen zu können, gewährleistet. Zudem wird die Motivation durch die geteilte Erfahrung verstärkt.
  • Fastenbrechen: jetzt diszipliniert zu bleiben und nicht das vermeintlich Versäumte nachzuholen, fällt nicht jedem leicht. Machen Sie sich schon vor dem Fastenbeginn einen Plan für die Zeit danach mit einem sanften Übergang zurück in den Alltag.
  • Idealerweise führt die Fastenerfahrung dazu, alte Gewohnheiten zu überdenken und das Alltagsverhalten neu auszurichten.
  • Gehen Sie es langsam an und seien Sie geduldig mit sich selbst.

Die Bad Wörishofener Gastgeber bieten ein vielfältiges Fastenangebot. Dieses, unterstützt durch kneippsche Anwendungen wie entgiftenden Leberwickeln und begleitenden Bewegungs- oder Entspannungskursen, kann zu einer deutlichen Verbesserung des individuellen Wohlbefindens führen. Alle Angebote finden Sie hier. https://www.bad-woerishofen.de/gesund/fasten-in-bad-woerishofen

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