Gäste-Ehrung einmal anders

Eine ganz besondere Überraschung erlebten kürzlich Bad Wörishofens Kurdirektorin Petra Nocker und ihre Stellvertreterin Cathrin Herd. Normalerweise überbringen sie bei Gäste-Ehrungen Glückwünsche und ein Geschenk, diesmal wurden sie herzlich bedacht: Weil sie seit 25 Jahren begeisterter Bad Wörishofen-Fan ist, brachte Ruth Schenk den Damen ein Blumenpräsent mit.

Das erste Mal in der Kneippstadt war sie bereits Anfang der 1950er Jahre, um ihre Brüder zu besuchen. Diese waren während des Zweiten Weltkrieges zum Onkel nach Bad Wörishofen gebracht worden.

In der ehemaligen DDR, wo die Familie lebte, hat Schenk in jungen Jahren für die Rechte der Frauen gekämpft und ist damit immer wieder angeeckt, wie sie berichtet. Im Januar 1990 – die innerdeutsche Grenze war da bereits offen – wurde sie schließlich ausgewiesen. Gelandet ist sie in Aachen, wo sie einen langjährigen Stammgast Bad Wörishofens traf, der ihr das Kneippheilbad im Allgäu wieder in Erinnerung brachte.

1992 machte sie dann das erste Mal Kur in Bad Wörishofen und ist seitdem treuer Stammgast. Jedes Jahr spart sie für eine dreiwöchige Kneippkur. „Das hält mich mit meinen mittlerweile 84 Jahren fit“, bestätigt Schenk. In dieser Zeit hat sie auch viele Freunde von Bad Wörishofen überzeugen können.
Besonders am Herzen liegt ihr das Kurorchester „Musica Hungarica“, das es heuer im 25. Jahr in Bad Wörishofen zu hören gibt. Schenk ist ein großer Fan des Orchesters und findet es großartig, dass nun auch eine Frau unter den Musikern ist. „Ihre zarte Spielweise hat es mir angetan“, sagt Schenk.

Text: Ingrid Bichler, Foto: Veronika Heim

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