Bad Wörishofen – wie immer eine Reise wert

Unsere Teilnahme am Schachfestival 2017

Es gibt sicher verschiedene Gründe, warum Menschen nach Bad Wörishofen kommen. Na klar, da ist in erster Linie der gesundheitliche Aspekt: Wellness, Thermalbäder Kuranwendungen, Rehamaßnahmen, oder auch reiner Wanderurlaub. Doch einmal im Jahr bevölkert eine andere Spezies Mensch in großer Zahl den Ort; es sind die Schachspieler. Nein, nicht mit einem Brett vor dem Kopf, aber das Schachbrett stets im Sinn.

Wie gut, dass es jemanden gibt, der diese Art Massenauflauf organisiert und regelt, der Schachreiseveranstalter Chessorg Hoffmann Reisen aus Bad Zwischenahn in Niedersachsen, Jürgen Wempe mit seiner Frau Anke. In diesem Jahr fanden sich weit über dreihundert Schachspieler bzw.  Schachspielerinnen im schönen Wörishofen ein, um sich in drei verschiedenen Turnieren zu messen: Das Open, das offen für alle Spielerinnen und Spieler ist, und in dem vom einfachen Vereinsspieler bis hin zu bekannten Großmeistern jeder sein Glück versucht – diesmal 150 an der Zahl.  Dann das B-Open, in dem sich in diesem Jahr 50 mehr der schachlichen „Mittelklassen“ zugehörige Teilnehmer versammelten. Und schließlich das Senioren-Open, in dem Schachfreunde/-innen älter als sechzig bzw. fünfzig Jahre (bei den Damen) ihr Können im „königlichem Spiel“ maßen.

Mit 136 Wettkämpfern/-innen vielleicht etwas weniger als allgemein üblich. Doch zählt man die zahlreichen Begleitungen mit hinzu, so kommt man leicht auf rund 500 Gäste für zehn Tage. Für das Bad ein erfreulicher Wirtschaftsfaktor, wie auch Kurdirektorin Petra Nocker bei der Siegerehrung am 19. März im Festsaal betonte. Somit ist klar: 2018 findet das 34. (!) Schachfestival Bad Wörishofen statt.

Foto: ChessOrg, Jürgen Wempe

Für die ersten drei in jedem Wettbewerb gab es Pokale, dazu eine Reihe Geld- bzw. Sachpreise; das galt auch für die Damen mit ihrer Sonderwertung, sowie für die Kategorie 75 Jahre plus. Ferner konnten alle Anwesenden an einer Tombola teilnehmen.

Es ist klar, Schach spielen kann man sein Leben lang. Aber mit zunehmendem Alter lässt die Spielstärke nach. Bis zu fünf Stunden kann eine einzelne Partie dauern. Da ist es nicht verwunderlich, dass bei den Jüngeren gelegentlich vermeidbare Fehler passieren und dass diese aber bei der älteren Generation häufiger mal vorkommen.

Da tun besonders die Älteren gut daran, sich nicht so sehr auf das Ergebnis zu fixieren und ihre Wertungszahl ständig im Blickpunkt zu haben, vielmehr daran zu denken, dass so eine Schachpartie letztlich ein Spiel ist, ein Zeitvertreib, sich im freundschaftlichen Wettstreit auf geistiger Ebene zu messen, den spannungsvollen Verlauf der Partie zu genießen und gegebenenfalls nicht zu sehr zu grämen, wenn man nach anfänglich gutem Spiel am Ende doch verloren hat. So auch der Schreiber dieser Zeilen, der am Ende der zehn Tage zusammenfassend feststellte: „Wörishofen war in diesem Jahr besonders schön, unter anderem, weil fast überwiegend die Sonne schien, man ein sehr schönes Hotel mit einem Schwimmbad gebucht und die Frau die Kurkonzerte, den Salinenpavillon und den Kurpark sehr genossen hatte und auch das Schachspielen viel Spaß gemacht hat, wenn zum Teil auch nur die ersten drei Stunden, weil der Gegner danach die Oberhand bekam und am Ende gewann!“ – Sei es drum, was hindert einen daran, es im nächsten Jahr erneut zu versuchen, wenn die Gesundheit mitspielt.

Text: Adalbert und Christel Wulf, Foto: ChessOrg, Jürgen Wempe

Ein Kommentar zu “Bad Wörishofen – wie immer eine Reise wert

  • Wie doch die Jahre vergehen. Ich war erstmals beim 4. Tunier unter der Leitung von Herrn Hoffmann dabei und hab somit schon heuer mein 31. Tunier erlebt. Wahrlich jedes Jahr eine tolle Veranstaltung.

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